Was kostet eine Website in Österreich 2026 — ehrliche Einschätzung nach Budget
Die Frage nach den Kosten ist meist die wichtigste, die ein:e Interessent:in vor dem Erstgespräch hat. Die meisten Webdesigner antworten entweder mit einem Fixpreis-Anker („ab €2.500") oder mit der klassischen Nicht-Antwort („hängt vom Scope ab"). Beides führt zu keinem guten Ergebnis. Hier kommt eine ehrliche Einordnung in drei Budget-Bereiche — mit dem, was du jeweils realistisch bekommst und was nicht drin ist.
Warum Fixpreise oft der falsche Ausgangspunkt sind
Stell dir vor, du hast €1.800 für eine neue Website im Kopf. Du landest auf einer Webdesigner-Seite, siehst „ab €2.500" und klickst weiter. Dabei wäre in deinem Budget eine saubere, funktionierende Website absolut machbar — einfach im schlanken Format, ohne Extras. Umgekehrt: Du hast €8.000 im Kopf, siehst „ab €2.500" und denkst „das ist mir zu billig — da bekomme ich nicht die Qualität, die ich brauche." Beides ist falsch.
Der bessere Weg: Du nennst dein Budget, der Webdesigner sagt dir ehrlich, was damit realistisch geht. Wenn Scope und Budget nicht zusammenpassen, reden wir entweder über Scope-Reduktion oder verabschieden uns ehrlich.
Budget-Bereich 1: €1.500 bis €3.000 — schlanker Einstieg
In diesem Bereich bekommst du eine saubere, funktionierende Website für kleine Betriebe, Solo-Selbstständige, Handwerksbetriebe und Traditionsunternehmen.
Was drin ist: Fünf bis sieben Seiten (Startseite, Über uns, Leistungen, Team, Kontakt, Impressum/Datenschutz). Mobile-optimiert, DSGVO-konform, barrierefrei nach BFSG. Lokale SEO (damit du bei „[dein Gewerbe] + [dein Ort]" gefunden wirst). Google-Business-Profil-Integration. Kontaktformular. Hosting und Domain-Einrichtung im ersten Jahr inklusive.
Was nicht drin ist: Komplexe CMS-Individualisierung, Online-Buchungssystem, Shop-Funktionen, mehrsprachige Versionen, erweiterte Marketing-Integrationen. Dafür reicht das Budget einfach nicht — und das ist ehrlich.
Passend für: Friseurbetriebe, Gasthäuser, Handwerker, Solo-Coaches, Therapeut:innen, lokale Dienstleister. Projektdauer: 2–3 Wochen von Projektstart bis Launch. Dein Zeitaufwand: 3–4 Stunden insgesamt.
Budget-Bereich 2: €3.000 bis €8.000 — solide Standard-Lösung
Der häufigste Bereich für Solo-Unternehmer:innen mit Wachstums-Absicht, kleinere Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen sowie für Ärzt:innen über mypraxis.at.
Was drin ist: Ausführlichere Website mit 8–15 Seiten. Blog-Integration für Content-Marketing. Erweiterte SEO-Strategie und KI-Sichtbarkeits-Optimierung (damit dich auch ChatGPT, Perplexity und Google Gemini finden). Kontaktformular mit erweiterter Logik (z.B. Budget-Abfrage, Themen-Routing). Optional Online-Terminbuchung oder Lead-Magneten. Individuelles Design, nicht Template. Hosting erstes Jahr inklusive.
Was nicht drin ist: Komplexe Shop-Funktionen mit vielen Produkten und Zahlungsdienstleistern. Mehrsprachigkeit mit voller CMS-Integration. ERP-Anbindung. Mobile App. Sehr individuelle Design-Inszenierung mit Custom-Animationen.
Passend für: Coaches mit mehreren Angeboten, Berater:innen, Rechtsanwält:innen, Steuerberater:innen, Physiotherapeut:innen, Arztpraxen, kleinere Dienstleistungsbetriebe. Projektdauer: 4–6 Wochen. Dein Zeitaufwand: 4–6 Stunden.
Budget-Bereich 3: €8.000 bis €25.000+ — KMU-Projekt
Für mittelständische Unternehmen mit echtem Digitalisierungs-Vorhaben, Hersteller mit Shop-Plänen, Beratungsfirmen mit erweiterten Anforderungen und Unternehmen mit internationaler Ausrichtung.
Was drin ist: Umfangreiche Website mit CMS zur Selbstpflege. E-Commerce-Integration (Shopify, WooCommerce, Hostinger Horizons oder Custom je nach Bedarf). Mehrsprachigkeit (Deutsch + Englisch oder mehr). Marketing-Integrationen (CRM-Anbindung, E-Mail-Marketing, Lead-Nurturing). Erweiterte Analytik. Video- und Foto-Produktion wenn nötig. Content-Strategie mit mehreren Phasen. Laufende Betreuung im ersten Jahr inkludiert.
Was nicht drin ist (wäre Extra-Budget): Komplett individuelle mobile App. SAP-/ERP-Tiefenintegration mit Custom-APIs. Maßgeschneiderte B2B-Portale mit komplexer Benutzer-Hierarchie. Sehr große Shop-Projekte mit mehreren tausend Produkten und internationalem Multi-Shop-Aufbau.
Passend für: KMU mit 10+ Mitarbeitern, Hersteller mit Shop-Integration, Beratungshäuser mit mehreren Beratern, Immobilien-Bestandsunternehmen, Gesundheitsbetriebe mit mehreren Standorten. In diesem Bereich macht es oft Sinn, eine Förderung zu prüfen. Projektdauer: 6–12 Wochen. Dein Zeitaufwand: 8–15 Stunden je nach Komplexität.
Was nicht in den Preis gehört
Ein paar Dinge werden oft als Preis-Bestandteil verkauft, obwohl sie eigentlich separate Themen sind:
- Monatliche Abo-Gebühren: Bei den meisten Projekten nicht nötig. Hosting im ersten Jahr ist inklusive, danach ca. €30 pro Monat bzw. €360 pro Jahr (inkl. USt). Wenn dir ein Webdesigner Abo-Pflicht verkaufen will, nachfragen warum.
- Förderantragsgebühren: Bei Projekten ab €5.000 Volumen kann eine Förderung sinnvoll sein. Die Erstprüfung durch einen zertifizierten Berater ist bei uns kostenlos.
- SEO als Zusatzpaket: Lokale SEO ist heute in jeder seriösen Website integriert. Wer dir „SEO-Pakete" extra verkauft, verdient zweimal am gleichen Thema.
- Barrierefreiheit als Premium-Feature: Das Barrierefreiheitsgesetz (BFSG) gilt seit Juni 2025. Barrierefreiheit ist keine Zusatzleistung, sondern Standard.
Wie findest du heraus, was in dein Budget passt?
Der einfachste Weg: Sag dein Budget im Erstgespräch an. Nicht peinlich, nicht verbergen. Ein guter Webdesigner sagt dir ehrlich, was damit realistisch geht — und wo du eventuell kleiner machen musst. Wenn der Webdesigner mit Ausflüchten kommt oder dich überreden will, „eh noch €1.500 zu investieren", ist das ein Warnsignal.
Bei uns ist der Budget-Dialog Teil des Erstgesprächs. Es gibt sogar ein Budget-Dropdown direkt im Kontaktformular, damit wir uns die Rätselei sparen. Fünf Optionen von „bis €2.000" bis „€10.000+" plus „noch offen — lass uns reden". Deine Wahl, deine Entscheidung.
Fazit
Websites in Österreich kosten nicht „€X". Sie kosten das, was dein Budget und dein Scope gemeinsam vorgeben. Zwischen €1.500 für einen schlanken Einstieg und €25.000+ für ein echtes KMU-Projekt ist alles machbar — entscheidend ist, dass Budget und Erwartung ehrlich zusammenkommen, nicht dass ein Webdesigner dich über Preisschilder manövriert.
Wenn du eine konkrete Einschätzung für dein Projekt willst: Nimm unverbindlich Kontakt auf. 15–30 Minuten Gespräch, danach weißt du, wie deine Zahlen aussehen.